Spirtz – Mobiles Speed Reading

mobiles speed reading spritzBevor ich mit Spritz, einer Lese­me­thode für schnel­les Lesen, beginne, möchte ich erst ein biss­chen zur her­kömm­li­chen Lese­tech­nik erzäh­len. Direkt danach stelle ich Spritz vor und erkläre warum ich denke, dass diese Lese­me­thode beson­ders für mobi­les Speed Rea­ding geeig­net ist.

Ein paar Worte über das her­kömm­li­che Lesen

Ich habe mich im Deutsch LK und in der Uni schon öfter mit der Tech­nik des Lesens beschäf­tigt. Mit der nor­ma­len Lese­me­thode neh­men wir einen Text schritt­weise auf. Wir fixie­ren Text­teile, neh­men diese wahr und sprin­gen dann zu den nächs­ten Text­tei­len. Man spricht von Fixa­tio­nen und Sak­ka­den (den Augen­be­we­gun­gen bis zur nächs­ten Fixation).

In einem Speed Rea­ding Semi­nar habe ich mal gelernt, dass man seine Lese­ge­schwin­dig­keit stei­gert wenn man sinn­volle Wort­grup­pen fixiert – nicht ein­zelne Wör­ter. Um die Zeit einer Sak­kade zu ver­rin­gern, hilft nur viel üben. Des­we­gen haben wir im Semi­nar auch früh damit ange­fan­gen, die Sprünge zu üben, ohne über­haupt etwas vom Text zu lesen. Indem in einer kon­stan­ten Geschwin­dig­keit der Text von oben nach unten abge­deckt wurde, war man gezwun­gen ent­spre­chend schnelle Sak­ka­den durch­zu­füh­ren. Erst viel spä­ter haben ange­fan­gen auf diese weise wirk­lich etwas vom Text zu lesen.

Zwei wei­tere große Feh­ler die jeder unge­übte Leser macht, sind Regres­sio­nen und das “Lesen mit klei­nem Mann im Ohr”. Regres­sio­nen sind Rück­sprünge zu bereits gele­se­nen Text­stel­len, die vor allem den Lese­fluss unter­bre­chen. Mit dem “Lesen mit klei­nem Mann im Ohr” meine ich das Stille Lesen, wie man es laut vor­le­sen würde. D.h. im Kopf spricht man die still gele­se­nen Wör­ter mit. Das macht es einem unmög­lich schnel­ler zu lesen als zu sprechen ;)

Spritz – Mobi­les Speed Reading

In der Freak­show habe ich von einer neuen Lese­me­thode gehört, die von einem gleich­na­mi­gen ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­men Spritz getauft wurde. Bei die­ser Methode ließt man stets ein Wort, aller­dings muss man seine Augen nicht mehr bewe­gen, da die Wör­ter der Reihe nach an der sel­ben Posi­tion ein­ge­blen­det wer­den. Dabei wer­den die Wör­ter intel­li­gent auf den opti­ma­len Fixa­ti­ons Punkt zen­triert, wel­cher meist links neben der Mitte des Wor­tes liegt. Zusätz­lich wird die­ser Buch­stabe rot markiert.mobiles speed reading spritz zentrierung

Ins­ge­samt eine Tech­nik die man sich mal anschauen sollte. In der heu­ti­gen digi­ta­len Welt, hat fast jeder ein per­fekt für Spritz geeig­ne­tes Gerät in der Tasche, denn man braucht nur soviel Platz wie man mit einem Blick wahr­neh­men kann. D.h. bei nor­ma­len Lese­ab­stand etwa 2-5cm. Auf deren Web­site learn2spritz.com kann man das ganze mal tes­ten. Ich habe fest­ge­stellt, dass ich mit Spritz die sonst übli­chen 250 Wör­ter pro Minute ohne große Anstren­gung schla­gen kann. Das klappt, da keine Sak­ka­den not­wen­dig und Rück­sprünge unmög­lich sind. Eine inter­es­sante Sache beson­ders für das Lesen auf mobi­len Gerä­ten mit limi­tier­ten Dimen­sio­nen und klei­nen Bildschirmgrößen.

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Spritz zeigt sein mobi­les Speed Rea­ding bereits auf Smart­pho­nes und Smart­wat­ches. Auf jeden Fall inter­es­sant für die Geräte die in naher Zukunft auf den Markt kom­men werden.

Supermarkt, Supermarke, Supergeiles Marketing

Mar­ke­ting­agen­tur Jung von Matt hat vor ein paar Tagen einen Spot für Edeka her­aus­ge­bracht, der die Edeka-Hausmarke in Szene setzt. Ich finde das Resul­tat wirk­lich cool & sehens­wert. Ganz neben­bei gibt es sechs kurze Clips, die Män­ner und Frauen, Müt­ter und Väter, sowie Kol­le­gen und Geburts­tags­kin­der anspre­chen sollen.

Der Prot­ago­nist Fried­rich Liech­ten­stein ist auf Youtube durch das Video Kack­vo­gel berühmt gewor­den und hat Super­geil schon vor einem Jahr auf­ge­nom­men. Für Edeka wurde eine etwas abge­wan­delte Ver­sion pro­du­ziert. Für mich ein Bei­spiel wie viel Wert eine aus­ge­fal­lene Idee sein kann und wie wenig Arbeit dafür nötig sein muss. Das zeigt, dass alle Betei­lig­ten voll in ihrer Rolle auf­ge­hen. Das ist für mich super­gei­les Marketing.

One Shot Cinematography


Die Kunst der Kurz­filme ohne Schnitt zeigt die Sun­day Times in dem gerade des­we­gen so beson­de­rem Film “Icons”. Im Film wer­den einige berühmte iko­ni­sche Bil­der gezeigt, die man aus ande­ren erfolg­rei­chen Fil­men oder his­to­ri­schen Ereig­nis­sen kennt. Mir gefällt wie anschau­lich dar­ge­stellt wird, wie gut alles abge­stimmt sein muss und wie viel Auf­wand und Per­so­nal für so einen kur­zen Spot nötig sein kann. Auf der offi­zi­el­len Web­site gibt es noch mehr Infos und Fotos.

Film Nachricht – Videos mit Worten

In den letz­ten Wochen habe ich viele Videos mit Wor­ten gese­hen. Die Wör­ter eines Sat­zes oder einer kur­zen Geschichte wer­den ein­zel­nen einen kur­zen Moment gezeigt und mit einem pas­sen­den Video­schnip­sel und pas­sen­der Musik untermalt.

Wordeo ist zum Bei­spiel eine iOS App, mit der sich ganz ein­fach sol­che Video­nach­rich­ten erstel­len las­sen. Ich finde die Ergeb­nisse ganz toll und habe erst vor­hin damit ein paar Geburts­tags­wün­sche an einen Freund geschickt.

Die Königs­klasse die­ser Videos mit Wor­ten zeigt Gün­ther Ghee­ra­ert in dem obi­gen Video.

Ok Glass – Google Glasses ausprobieren

So soll es sich anfüh­len Google Glas­ses zu benut­zen. Ab sofort kann man sich für ein Test­ex­em­plar bewer­ben. OK Glass: Tell me about you.

Das Kon­zept “Google Glasses”

Schwarz Weiss Portrait ok google glassesSchon vor einem Jahr hat Google das Kon­zept “Google Glas­ses” vor­ge­stellt. Eine Brille, in der ein Mikro­com­pu­ter ver­baut ist. Mit den Google Glas­ses sollte man Musik und Videos steu­ern, Wet­ter­in­for­ma­tio­nen abru­fen, chat­ten und Video­an­rufe täti­gen kön­nen. Obwohl das Kon­zept damals schon erstaunte, wurde es in Fach­krei­sen doch eher belä­chelt, da die Umset­zung unrea­lis­tisch erschien.

Erstaun­lich viel von dem Kon­zept wurde nun offen­bar wirk­lich umge­setzt: So wie ich es sehe, kön­nen digi­tale Inhalte zwar nicht an jeder Stelle des Sicht­felds von Glass dar­ge­stellt wer­den, son­dern nur in einem fest­ge­leg­ten Fens­ter oben rechts. Den­noch: Erstaun­lich viele Funk­tio­nen sol­len mög­lich sein. Navi­gie­ren, Video­te­le­fo­nie, Inhalte tei­len und kurze Abschnitte und Defi­ni­tio­nen googlen.

Das Pro­dukt “Glass” von Google

Zum ers­ten Mal zeigt Google nun auch finale Pro­dukt­bil­der. Glass besteht aus einem Bril­len­rah­men auf den man optio­nal Son­nen­bril­len­glä­ser ste­cken kann. Außer­dem sieht man die obli­ga­to­ri­sche Kamera am rech­ten Bügel, die das Gesche­hen in Film und Foto auf­neh­men kann. Zur Navi­ga­tion muss auch ein Kom­pass oder Gyro­scope ver­baut sein. Nun aber das Ent­schei­dende: Mit­tels eines Glas– oder Plas­tik­bau­steins wer­den ähn­lich wie bei einem Head-Up-Display die Infor­ma­tio­nen für den Trä­ger in sein Sicht­feld pro­ji­ziert. Alles kein Hexen­werk, aber die Kom­bi­na­tion und geringe Größe einer sol­chen Lösung ist neu.

Glass soll sich via Sprach­steue­rung bedie­nen las­sen. “ok glass” ist dabei das Schlüs­sel­wort damit Google Glass zuhört, die auf­ge­nom­me­nen Sprach­da­ten an Google schickt, diese Aus­wer­ten lässt und – vorraus­ge­setzt es wurde rich­tig ver­stan­den – die Auf­gabe aus­führt, die man möchte. Damit ist der Funk­ti­ons­um­fang im Ver­gleich zu ande­ren mobi­len Rech­nern rela­tiv stark ein­ge­schränkt. Aber so ist das bei allen neuen Din­gen; jeder fängt mal klein an.

Ich würde das Ding unglaub­lich gern aus­pro­bie­ren, da sol­che Neu­hei­ten immer genau das Gadget-Gen in akti­viert. Wahr­schein­lich geht es vie­len so. Aber bewer­ben kön­nen sich nur voll­jäh­rige Per­so­nen mit Wohn­sitz in Ame­rika. Auf der offi­zi­el­len Glasses-Seite zeigt Google was Glass nun wirk­lich kön­nen soll und wie man sich bewirbt.

Immer noch Spielkram?

ok google glasses directionsIch denke mit Glass pro­biert Google inter­es­sante Dinge aus, macht eine Menge publi­city damit und kann in ein paar Jah­ren zu Recht behaup­ten, dass Sie als ers­tes mit solch einem Kon­zept ange­fan­gen haben. So eine Stel­lung ist nicht zu unter­schät­zen, denn Sie ebnet Google den Weg zu ent­spre­chen­den Paten­ten und Rech­ten für künf­tige Pro­dukt­ab­wand­lun­gen. In unse­rem Rechts­sys­tem ist das heute lei­der sehr viel wert.

Zur Zeit ist Glass aber eher ein gut gemein­tes Expe­ri­ment. Natür­lich will ich es aus­pro­bie­ren, kann mir aber nicht vor­stel­len Glass täg­lich zu ver­wen­den, oder gar als Ersatz für ein elek­tro­ni­sches Gerät wie etwa mein Smart­phone in betracht zu zie­hen. Dafür muss Google noch viel an der Soft­ware schrau­ben und die Hard­ware – so schätze ich – wei­ter opti­mie­ren. Bei­spiels­weise müss­ten Pro­bleme, wie hohes Gewicht durch den ein­sei­ti­gen Glas­bau­stein & Akku, wenig Akku­lauf­zeit durch die geringe Bau­größe, sowie sub­op­ti­male Abbil­dungs­ei­gen­schaf­ten des Head-up-Displays, gelöst werden.

Rea­lis­tisch betrach­tet sind der­zeit Patente und Auf­merk­sam­keit der Öffent­lich­keit für Google mit dem Pro­jekt “Glass” viel wich­ti­ger. Geld ver­die­nen lässt sich damit noch nicht. Aber viel­leicht in eini­gen Jah­ren wenn aus dem Glass eine Kon­takt­linse wird wie im Kon­zept “Sight”.